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Die Hundeschule im Wald
Lange Spaziergänge im Wald sind nicht nur für die Menschen-,
sondern auch für die Hundeseele eine Erholung.
Wie und wo man trotzdem Rücksicht nehmen sollte, kann man jetzt
in einer Hundeschule lernen.
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einem anstrengenden Arbeitstag oder am Wochenende bei einem Spaziergang
oder Waldlauf in der freien Natur zu erholen, wird von vielen Menschen
als entspannend empfunden. Klar, dass Hundebesitzer ihren Vierbeiner
dabei haben und ihm das Vergnügen gönnen möchten, auch mal ohne
Leine zu laufen. Doch in Wald und Flur leben viele andere Tiere,
die sich dadurch gestört fühlen könnten. Nicht nur, wenn sie gerade
für Nachwuchs zu sorgen haben. Egal ob sie die Eindringlinge in
ihr Revier nur kritisch beäugen oder vor Schreck die Flucht ergreifen,
die meisten Wildtiere geraten durch die Störungen in ungesunden
Stress. Solche Situationen |

| Ein Spaziergang
im Wald zusammen mit ihrer Familie ist für Hunde ein Riesenver-
gnügen. Auch wenn sie nicht ungestört herumstöbern und ihrem
Jagdtrieb frönen dürfen |
Denken Sie
beim nächsten Ausflug auch an die vielen kleinen und großen
Waldbewohner, die sich durch Lärm oder Gebell gestört fühlen
oder Angst haben könnten |
Gehorsam
gehört einfach dazu
Nur mit Leuten, die einen sehr
ungestümen Hund |
Bei Fuß gehen, Sitz und Platz wird in der Gruppe
daher
konsequent an der Zehn-Meter-Leine
geübt.
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machenund
die Gruppe bei Fuß an ihnen
vorbeigehen lassen", rät Liliane Löb. "Natürlich müssen die
beiden Hunde liegen bleiben. Noch schwieriger wird es, wenn die
Gruppe im Lauf- schritt vorbeitrabt." Oder man legt seinen Hund
rechts vom Waldweg ab, geht auf die linke Seite des Weges, legt
die Leineab, und die anderenHundebesitzer müssen nun über die Leine
laufen und bei Fuß an ihm vorbei. Auch Rücksicht auf Wildtiere gehört
für Liliane Löb beim Ausflug inden Wald dazu.Der Spaziergänger sollte
auf den Wegen bleiben und Acht ge- ben, dass der Hund auch ohne
Leine nicht weiter als maximal sechs Meter in den Wald hin- ein
läuft. Auch dort hat er ge- nug zu schnüffeln. Spezialübung für
Ausreißer "Lassen Sie Ihren Hund nie zu weit aus Ihrem Bannkreis
(Einwirkungsbereich ) weg", |
GOLDENE REGELN FUR DEN
WALD
Lassen Sie Ihren
Hund nur dann freilaufen, wenn Sie ihn unter Kontrolle haben
und ihn jederzeit zu sich rufen können. Lassen Sie Ihren Hund
nicht im Unterholz oder Gebüsch frei herumstöbern. Nehmen
Sie Ihren Hund an die Leine, wenn Sie anderen Spaziergängern
begegnen oder vor ihm ein Wildtier sehen. Verlassen Sie sich
nicht darauf, dass Ihr Hund nicht wildert. Der angeborene
Jagd instinkt lässt auch den besterzogenen Hund einem Hasen
oder Reh hinterherspurten. Achten Sie daher darauf, dass er
sich nie weiter als maximal sechs Meter von Ihnen entfernt.
Beachten Sie Sonderregelungen während der Hauptsetz- und Brutzeiten,
und nehmen Sie Ihren Hund währenddessen immer an die Leine.
Achten Sie darauf, Ruhebänke, Trimmpfad-Stationen u.a. nicht
zu verunreinigen |
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können z.B. in Zeiten von knappem Nahrungsangebot sogar zum Tod
führen. Ein Hundefreund sollte daher bei seinen Exkursionen nicht
nur das Wohl seines Vierbeiners im Auge haben, sondern auch der
Tiere, die im Wald daheim sind. Dass trotz
dieser Rücksichtnahme der Spaß bei Waldspaziergängen nicht zu kurz
kommen muss, beweist Liliane Löb .Seit vier
Jahren bietet sie in ihrer Hundeschule in Wiesbaden spezielle Hunde-Waldspaziergänge
an.,, Wir gehen mit unseren Hunden durch Feld und Wald und lernen
dabei Grundübungen wie Fuß Gehen, Sitz, Platz und Heranrufen", erklärt
die Expertin. "Die meisten Hunde verhalten sich nämlich auf dem
Hundeplatz tiptop, sobald sie aber nach draußen kommen, geht nichts
mehr.Doch ein Hund muss lernen, auch draußen zu
gehorchen, wo die Umweltreize und die Ablenkungen
viel größer sind."
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und ihn nicht in der Hand haben,
übt die Trainerin erst mal auf umzäuntem Terrain. In der Regel
besteht die "Wande-rgruppe" aus
maximal sieben Leuten mit Hunden unter-schiedlichster Rassen. Bis
den Hunden ein gewisser Gehorsam in Fleisch und Blut übergegangen
ist, blei-ben sie angeleint. Beliebter Treffpunkt sind Spazierwege,
an denen regelmäßig Jogger vorbeikommen. Die Hundeschüler lernen,
zur Seite zu gehen, den Hund absitzen und den Jogger vorbei zu lassen.
Oder sie gehen langsam mit ihrem Hund bei Fuß weiter. Liliane Löb
findet es selbstverständlich, den Hund bei der Begegnung mit anderen
Menschen anzuleinen. "Schließlich wissen die Leute ja nicht, dass
Ihr Hund nichts tut", erklärt sie. "Sie müssen immer damit rechnen,
dass die Leute Angst vor Hunden haben." Auch bei Hundebegegnungen
sollte man ihn an die Leine legen, wenn der andere Vierbeiner angeleint
ist. Das fördert die Disziplin. Wenn man an einen nicht verträglichen
Hund gerät, kann das sonst ins Auge gehen. |
Jeder Trainingstag ist anders
"Das ist eine Iangwierige und schwierige Übung, bei der man
über einen längeren Zeitraum üben, sehr konsequent sein und
immer die gleichen Kommandos verwenden muss", meint die Expertin.
Um die Spaziergange trotzdem abwechslungsreich zugestalten,
lässt sich Liliane Löb für jeden Trainingsnachmittag
etwas Neues einfallen.
So bleibtein Hundehalter z.B. stehen. Der eine Teil der Gruppe stellt
sich in einem Abstand von 20 bis 30 Metern vor ihm auf, der an-
dere Teil im gleichen Abstand hinter ihm.Will der Hund in der Mitte
nun zu einem der an- deren Hunde hin laufen, geht der Besitzer ihm
zunächst an der langen Leine hinterher. Dann
gibt er das Kommando: "Hier!" Reagiert der Hund nicht, folgt ein
Ruck mit der Leine. Gehorcht er, gibt es ein Lob. Nun lässt man
ihn "Sitz" machen und gibt das Kommando "Lauf", wenn er sich wegbewegen
darf. Dann wird die Aufgabe wiederholt und der nächste Hund ist
dran. Im Laufschritt marsch!"Sie können auch mit
zwei Hunden "Platz"
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rät die Fachfrau, die auf über30 Jahre Erfahrung im Um- gang mit
Hunden zurückblicken kann. "Hunde gewöhnen sich schnell daran. Wenn
ich zu meinem Hund sa- ge, er soIl langsam machen, dreht er sich
sofort um und wartet. "Ein guter Trick, Hun- den das Weglaufen zu
verlei- den, ist es, wenn ein anderer Hundehalter den Hund an der
Leine führt und sein Herrchen sich dann plötzlich hinter einem Busch
versteckt. So lernt der Hund: "Ich muss auf mein Herrchen achten,
sonst ist es weg. "Wenn man dabei noch in die Hände klatscht und
ruft, baut das dieSpannung noch mehr auf. Aber nicht nur der Hund,
auch der Mensch muss auf seinen vierbeinigen Begleiter achten und
aufmerksam durch den Wald gehen.,, Ein Hund ist ein lebendes Wesen
und keine Maschine", meint Liliane Löb. "Und wenn er das vorbei
spurtende Kaninchen vor mir sieht und ich nicht rechtzeitig mit
dem entspre- chenden Befehl reagiere, ist er wahrscheinlich schon
weg. Da kann er so gut erzogen sein, wie er will.
Saskia Brixner
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DAS SAGT DAS GESETZ
Nach dem Bundeswaldgesetz (BWaldG) ist das Betreten des Waldes
zur Erholung zwar gestattet, in vielen Bundesländern dürfen
Hunde mit Ausnahme von Jagd- und Polizeihunden bei der Arbeit
aber nur angeleint mitgeführt werden. Die genauen Details
sind in den einzelnen Landeswaldgesetzen festgelegt. Herrscht
kein genereller Leinenzwang, darf ein Hund jedoch nur frei
laufen, wenn der Hundehalter ihn jederzeit unter Kontrolle
hat. Dies gilt auch für speziell ausgewiesene Hundeauslaufgebiete.
Wenn nötig, können Polizei und Förster Platzverweise aussprechen,
d.h. dem Hundebesitzer und dem Hund das Betreten des Waldes
verbieten und im Wiederholungsfall mit Geldstrafen belegen.
Grundsätzlich haben Jagdausübende sogar das Recht, wildernde
Hunde zu töten. Als wildernd gelten im Zweifelsfall Hunde,
die im Jagdbezirk "außerhalb der Einwirkung der führenden
Person" angetroffen werden. Nach Schätzungen werden jedes
Jahr von Jägern ca. 35.000 Hunde und 250.000-300.000 Katzen
getötet. |
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